Geschichte

Aus "Der Fremersberger - Sinzheimer Heimatbuch (2. Ausgabe)" verfasst von Elke Böttcher

 

Im Jahre 1892 gründete der Sinzheimer Franz Karl Peter eine Glaserei und Schreinerei, die heute noch in Sinzheim und Umgebung unter dem Namen "'s Glaser-Peters" bekannt ist.

Franz Karl Peter erblickte am 20. Februar 1867 in Sinzheim-Halberstung das Licht der Welt. Nach harten Jugendjahren wollte er unbedingt eine selbstständige gewerbliche Tätigkeit ausüben und darüber hinaus Pionierarbeit leisten, wo immer es ging. Mit 25 Jahren gründete er eine eigene Glaserei und Schreinerei in Sinzheim, Hauptstraße 81, die in der Handwerksrolle der Handwerkskammer Karlsruhe mit Betriebsbeginn März 1892 eingetragen ist.

Zwei Jahre später - am 9.5. 1894 - heiratete er Maria Anna Seiler aus Sinzheim. Sie hatten fünf Kinder die alle daheim mithelfen mussten.

Franz Karl Peter hat neben seiner handwerklichen Tätigkeit seine Existenz im Laufe der Jahre noch auf der Landwirtschaft, einer Drescherei sowie einem Kohlen- und Briketthandel aufgebaut.

Alte Rechnung (1919)

Als im Jahre 1910 der elektrische Strom für den damaligen Steinbruchbetrieb nach Sinzheim floss und im Jahre 1912 eine Trafostation bei der Altenburgbrauerei errichtet wurde, verfolgte Franz Karl Peter diese Entwicklung mit großem Interesse. Allem Neuen aufgeschlossen, war es nicht verwunderlich, dass bereits im Jahre 1914, als die benachbarte Sinzheimer Pfarrkirche mit Strom versorgt wurde, auch er sich die Stromquelle zum frühestmöglichen Zeitpunkt zunutze machte. Als es dann überall Strom gab, fuhr er mit der Dreschmaschine zu den Landwirten in den Hof, um dort zu dreschen. Am 26.10. 1938 verstarb Franz Karl Peter, seine Frau war am 8. April 1933 verstorben.

Firmengründer Franz Karl Peter mit Frau und Kindern (1924)

In zweiter Generation führte der am 5. Juli 1898 geborene Sohn Adolf die Glaser- und Schreinerei in der 1928 errichteten Werkstätte in der Dr.-Josef-Fischer-Straße 5 fort, die bis heute Betriebsstätte ist. Seine Aufgabe sah er ausschließlich in der Vergrößerung des Glaser- und Schreinereibetriebs und der Spezialisierung auf Fenster-, Türen- und Möbelbau.

Adolf Peter verheiratete sich am 12. August 1930 mit Maria Magdalena Brüderle, welche ihrem Mann auch im Betrieb tatkräftig zur Seite stand. Im Jahre 1938 erstellte das junge Handwerker-Ehepaar neben dem Werkstattgebäude ein Eigenheim. Der Betrieb ging gut, so dass 1958 die Betriebsstätte aufgestockt werden musste. Nach und nach wurde die Werkstatt mit modernen Holzbearbeitungsmaschinen ausgestattet. In dieser Zeit erweiterte der Betrieb auch sein Angebot. In der Gemeinde bestand bei Trauerfällen ein Bedarf an der Herstellung von Särgen und so fertige Adolf Peter viele Jahre auf Wunsch der Hinterbliebenen Särge für Bestattungen.

Adolf und Magdalena Peter

Adolf Peter mit seinem ersten Auto vor seiner Werkstatt und dem Wohnhaus (ca. 1953)

Nach dem Tod des Vaters führte sein Sohn Arnold Peter den Betrieb in dritter Generation weiter. Arnold Peter, geboren am 11. Mai 1932, erlernte das Schreinerhandwerk bei der Firma Otto Höfert vom 1. März 1948 bis 28. Februar 1951. Die Gesellenprüfung legte er am 5. Mai 1958 ab. Danach erweiterte er seine beruflichen Kenntnisse im elterlichen Betrieb und in der Möbelwerkstätte Otto Hans Veit in Unterhaching bei München.

Mit 25 Jahren legte er am 12. Juli 1957 die Meisterprüfung vor der Handwerkskammer in Karlsruhe ab. Seine Hauptaufgabe in dem Glaser- und Schreinereibetrieb sah Arnold Peter in der weiteren Modernisierung des Maschinenparks sowie ab Mitte der achtziger Jahre der eigenen Herstellung von Fenstern mit Kunststoffrahmen.

Erweitert wurde der Betrieb durch einen Service für Bestattungsfälle. Hierfür steht ein Raum für die Beratung der Hinterbliebenen und ein Ausstellungsraum für Särge und Sterbewäsche zur Verfügung.

Arnold Peter heiratete am 23. Juli 1958 Tilla Vogel aus Baden-Baden, die seit dieser Zeit ebenfalls im Betrieb mitarbeitete und dort vornehmlich die Büroarbeit erledigte. Wenn Not am Mann war, half sie auch in der Werkstatt mit.

Einem Sohn und drei Töchtern schenkte Tilla Peter das Leben. Michael trat in die Fußstapfen seines Vaters. Nach Absolvierung der einjährigen Berufsfachschule in Rastatt erlernte er das Schreinerhandwerk bei der Firma A. Frietsch in Baden-Oos und legte am 26. August 1978 die Gesellenprüfung ab. Seine beruflichen Fähigkeiten vertiefte er in der Möbelschreinerei Dieterle in Pfalzgrafenweiler und im elterlichen Betrieb.

Arnold Peter (1984)

Michael Peter (1999)

Die Meisterprüfung bestand Michael Peter am 9. Juli 1986 vor der Handwerkskammer Karlsruhe. Im Jahre 1995 übernahm er mit seiner Frau Alexandra geb. Grupp, mit der er seit 1985 verheiratet ist und zwei Kinder hat, den elterlichen Betrieb.

Blick in die Schreinerwerkstatt (1999)